Herbst 2009 - Griechenland/Peloponnes mit dem Wohnmobil


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25.09.2009
Um ca. 17:00 sind wir in Richtung Italien losgefahren und haben in Cadenazzo unseren ZNacht-Stopp eingelegt. Anschliessend sind wir weiter und wollten, den Stellplatz in Lomazzo für eine Übernachtung nutzen. Mit den Koordinaten, die wir hatten, war allerdings beim besten Willen nichts zu finden. So sind wir auf den Stellplatz in Saronno gefahren, den wir auch auf Anhieb gefunden haben. Der Portolano ist halt doch die verlässlichste Quelle für Stellplätze in Italien.

26.09.2009
Nach einer ruhigen aber regnerischen Nacht sind weitergefahren bis nach Fano, ca. 50km vor Ancona. Der Stellplatz am Meer existiert nicht mehr. Auf dem Gelände steht jetzt ein (noch ziemlich neues Gebäude), so haben wir auf dem anderen offiziellen Stellplatz mit V/E einquartiert. Nach einem Ausgiebigen Strand- und Altstadt-Besuch inklusive Markt verbrachten wir eine relativ ruhige Nacht.

27.9.2009

Heute ist Einschiffung in Ancona Richtung Patras angesagt. So sind wir dann auch zeitig los und haben alles sofort gefunden. CheckIn Warteraum für die Verladung usw. sind in Ancona wirklich vorbildlich ausgeschildert.
Wir erhielten einen wunderschönen Platz zuhinterst auf dem offenen Deck auf der Superfast XI, welche dann erstaunlich pünktlich um 13:30 ablegte. Wir haben natürlich sofort das ganze Schiff erkundet, welches wirklich alles erdenkliche von Restaurants, Bar, Shops über Pools bis zum Casino bot. Einzig das Hunde-WC auf dem 10.ten Deck enttäuschte uns. Das war eine ca. 60x80cm grosse Sandkiste darin stand genau in der Mitte ein Holzpfosten. Einen ausgewachsenen Neufundländer darin zu platzieren ist ein Ding der Unmöglichkeit. Somit wäre dann der Hund eigentlich gezwungen sein Geschäft einfach irgendwo auf Deck zu erledigen, was unsere wohlerzogene Hundedame natürlich verabscheute. So kam es dass sie total 27 Stunden nichts gemacht hat, gratuliere!

28.9.2009
Wir haben trotz der dröhnenden Schiffmotoren, die man zuhinterst auf der Fähre natürlich speziell gut höhrte so gut geschlafen, dass wir den Zwischenhalt in Igoumenitsa verschlafen hatten.
Sobald wir von der Fähre runter waren, mussten wir natürlich einen "Hundehalt" einlegen.
Aufgrund des wunderschönen und sehr warmen Wetters haben wir unseren ursprünglichen Plan rechtsherum um den Peloponnes zu fahren geändert und uns entschieden linksherum zu fahren. So konnten wir zuerst ausgiebig Baden solange das Wetter noch so schön warm war, denn die schönsten Badestrände befinden sich auf der Westseite des Peloponnes.
Also sind wir von Patras direkt nach Süden gefahren. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit fanden wir uns im Griechischen Strassenverkehr zurecht und kamen zügig voran.
Auf direktem Weg sind wir nach Kalogria an den nördlichsten Strand gefahren, quasi direkt vor der grossen Düne. Sofort wurde natürlich gebadet. Zu dieser Zeit wussten wir natürlich noch nicht welche Plage uns am Abend erwartete.
Der Ort schien einfach perfekt: Super Sandstrand, glasklares Wasser, Platz direkt am Strand, Düne nebenan. Das rief direkt anch einem gemütlichen Nachtessen draussen. So haben wir uns entschieden draussen Raclette zu essen.
Pünktlich zur Dämmerung, mitten im Raclette-Essen, das in dieser Phase nicht unterbrochen werden kann, fielen Heerscharen von äusserst aggressiven, steckfreudigen und hinterlistigen Mücken über uns her. Die stachen sogar durch die Sitzfläche der Stühle.
Unsere Nachbarn, ebenfalls eine Schweizer Familie mit Wohnmobil, verzog sich nach kurzem Kampf mit de Biestern ins Wohnmobil. Wir aber mitten im Raclette haben bis zum späten Abend ausgeharrt.

29.9.2009
Direkt nach dem ZMorge, ab ins Meer. Am Nachmittag sind wir dann weiter und haben noch einen weiteren Badeplatz in Kalogria besichtigt, der aber auch keine V/E hatte. Also sind wir weiter Richtung Süden um den Stellplatz am Strand bei Kastro zu inspizieren. Ein einfacher Parkplatz neben einer kleinen Bar ohne V/E. Lediglich mit einer Möglichkeit Frischwasser zu tanken. Da wir WC  und Abwasser aus Prinzip nicht in der freien Natur entsorgen, wie hier anscheinend der Grossteil der Wohnmobilisten, sind wir noch ein paar Meter weiter der Strasse gefolgt bis zum im Reiseführer (Womo) empfohlenen Camping Fournia, welchen wir aber nicht empfehlen können, da er nur über eine steile Steinküste verfügt. Also wieder ca. 1 km zurück und dann haben wir auf dem Camping Melissa, welchen wir sehr empfehlen können einen Platz direkt am Strand gefunden. Hier hat es uns so gut gefallen, dass wir gleich ein paar Tage blieben.
Jeweils am späteren Nachmittag zieht hier starker Wind auf. Wir, als Dänemark erprobte Camper, haben natürlich für solche Fälle immer einen Grosszügig dimensionierten Windschutz dabei, welcher uns dann trotzdem erlaubte draussen gemütlich zu grillieren, während andere in langen Hosen rumliefen.
Wie die Welt doch klein ist: Fast gegenüber von uns in einem Mietmobil mit Berner Kennzeichen, campierten Liechtensteiner, also quasi Nachbarn.
Von hier aus kann man wunderbare Fahrradtouren unternehmen. So ist man in gut 30 Minuten in Kastro, einem recht urtümlichen Dörfchen, mit allerlei Einkufsmöglichkeiten. Auf dem Weg haben wir am Strassenrand sogar Schildkröten gesehen.

02.10.2009
  Heute steht Kultur auf dem Programm, wir wollen das antike Olympia besichtigen. Bei Pyrgos haben wir zuerst noch unsere Vorräte aufgefüllt. Danach sind wir ins Landesinnere nach Olympia und haben in der Nähe des Eingangs zu den archäologischen Ausgrabungen einen Parkplatz zwischen Olivenbäumen gefunden.
Wir ein Wunder fallen aus fast heiterem Himmel ein paar einzelne Regentropfen, so haben wir die Regenschrime mitgenommen. In den Park mit den Ausgrabungen dürfen keine Hunde mitgenommen werden, obwohl alles unter freiem Himmel ist.
Zwischen all den uralten Steinen und Säulenresten, wurde es bald so heiss, dass wir die Regenschirme als Sonnenschirme nutzten, wie das sonst nur die Japanischen Touristen tun. Uns ist es unerklärlich wie man so etwas im Hochsommer besuchen kann. Dann muss ja eine unerträgliche Hitze sein. Da die Steine im Endeffekt doch alle fast gleich aussehen, waren wir relativ schnell fertig mit der Besichtigung und machten dafür das Städtchen Olympia noch unsicher. Hier fuhr gerade eine Oldtimer-Griechenland-Rally vorbei, was einen spektakulären Anblick bot.
Die freundliche Verkäuferin im Sonnenbrillen-Laden fand so grossen Gefallen an Indy, dass sie sie am liebsten gleich dort behalten hätte.
Am späteren Nachmittag habe wir Olympia wieder verlassen und sind der Küste weiter nach Süden gefolgt. Wir haben uns auf dem nördlichen Stellplatz direkt am Strand in Zacharo eingerichtet. Der Platz ist für den Preis i.O. und verfügt über V/E, WC, Duschen. Mehrere Restaurants sind gut zu Fuss erreichbar.
Nach einem schönen Sonnenuntergang zieht in der Nacht ein heftiges Gewitter übers Land.

03.10.2009
Das Gewitter dauerte bis am Morgen an. Das Wetter war dann bis gegen Mittag noch recht wechselhaft. Wir hatten in der Region noch zwei Schlechtwetter "Joker" geplant, welche wir nun angesteuert haben. Zuerst wollten wir die Badegrotte am Kafaia-See besuchen. Das Wasser stank aber derart stark nach Schwefel, dass wir sofort weitergefahren sind. Ein paar hundert Meter weiter entdeckten wir noch eine offene Grotte. Hier war das Wasser nicht heiss aber trotzdem stark Schwefelhaltig. Nach kurzer Zeit kam schon der erste Einheimische mit leeren Wasserflaschen unter dem Arm, welche er dann mit dem Wasser füllte und soger fast einen Liter auf Ex trank. Auf die Frage, was es denn mit Wasser auf sich habe, erklärte er uns, dass er Nierensteine habe, und dieses Wasser sehr gut sei und diese auflöst. Nun ja, "Glaube versetzt Berge" dachten wir beobachteten das Schauspiel noch etwas bevor wir weiterfuhren um in Agrilis das Märchenschloss zu besichtigen.
Das Schloss machte den eindruck, wie wenn es von Privat bewohnt und genutzt wird. Überall standen "Betreten verboten" Schilder und es war auch nichts zu entdecken, was auf eine Möglichkeit der Besichtigung schliessen liess. Da das Wetter mittlerweile wir schön und wolkenlos war störte uns das nicht und war assen noch eine Kleinigkeit im Hafen in einer Gartenwirtschaft.
Anschliessend machten wir auf den Weg nach Süden Richtung Ochsenbauch-Bucht. Nach sehr engen und in der Höhe für unseren Alkoven sehr knapp bemessenen Durchfahrten sind wir dann direkt auf dem Sandplatz am Nordende der Bucht gelandet. Nach einem Spaziergang um die Bucht wollten wir noch die Räuberhöhle des Nestor besichtigen, was wir allerdings aufgrund der vielen Mücken, die den Eingang bewachten aufgaben.
Uns gefiel die Gegend so gut, dass wir beschlossen haben ein paar Tage hier zu bleiben. Also haben wir uns auf dem Camping Erodios in Gialova in der Navarino-Bucht eingerichtet. Man kann von hier aus wunderbar Baden und Ausflüge in die Lagunen-Landschaft, oder eben zur Ochsenbauchbucht unternehmen. Aber sonst bietet die Gegend wenig. Das nächste Städtchen Pylos ist mit dem Fahrrad nur schwer erreichbar.
Hier haben wir das "Rapido-Paar", ein Deutsches Paar mit einem Rapido-Wohnmobil kennengelernt, welches wir später mehrmals wieder trafen.




07.10.2009
Wenn wir noch mehr vom Peloponnes sehen wollen, müssen wir weiter. Also los weiter Richtung Süden nach Methoni, wo wir die Venezianische Festung besichtigt haben, welche teilweise ins Meer hinaus gebaut wurde.
Unser nächstes Ziel war Githion. Um dahin zu gelangen sind wir via Kalamata und quer über den "Mani-Finger" gefahren. Kilometermässig keine grosse Strecke, auf den Griechischen Bergstrassen aber trotzdem eine halbe Tagesreise.
Am Abend sind wir dann in Mavrovouni angekommen, dem Nachbardorf von Githio.
Auf dem Camping Githion-Bay, wo wir uns ein einquartiert haben, sind wir dann wieder ein paar Tage geblieben. Hier standen wir wunderschöne zwischen Oliven- und Orangenbäumen. Gleich nebenan gibt es direkt am Strand eine sehr empfehlenswerte Taverne, wo wir beim Nachtessen, was für ein Zufall, das "Rapido-Paar" wieder getroffen haben, welches sich aber auf einem anderen Platz in der Nähe niedergelassen hatte.

10.10.2009
Am späten Morgen gehts los nach Githion, ein schmuckes Hafenstädchen mit einer schönen Promendade.
Weiter über Sparta (Einkaufen bei LIDL) und Tripoli, nach Leonidio, wo sich das berühmte Epidauros-Theater befindet, welches wir noch kurz vor der Schliessung am Abend besichtigen. Nachdem man diese Akustik unter freiem Himmel erlebt hat, fragt man sich, was der Mensch wohl mit all dem Wissen über Akustik gemacht hat, wenn man an die akustisch unmöglichen Sääle und Theater denkt in denen Aufführungen heute stattfinden. Hier kann man wirklich eine Münze auf der "Bühne" aus ca. 70cm Höhe fallen lassen, und hört das in der 55-sten (die hinterste) Reihe. Man muss auch gar nicht laut sprechen, damit alle maximal 15000 Besucher im Theater alles verstehen.
Weil überall Schilder mit einem ausdrücklichen Camping-Verbot standen, sind wir das kurze Stück bis zum Meer ruter gefahren und dort auf den Camping Nicholas I, wo wir direkt am Meer unter Pinien, Orangen- und Feigenbäumen, und riesigern Yucca-Palmen standen.
Die Taverne gleich nebenan war leider geschlossen, da eine Taufe stattfand.

11.10.2009
Nach dem Morgen-Bad im Meer machten wir uns auf den Weg nach Isthmia bei Korinth um die versenkbare Brücke und den Kanal von Korinth zu besuchen. Leider war die Brücke gerade nicht in Betrieb. Aber der Kanal war trotzdem sehr eindrücklich.
Nun war unser abgekürztes "Programm" eigentlich fertig und wir wollten noch die restlichen Tage baden. So sind wir via Autobahn, über Patras wieder an die Westküste und wollten eigentlich bei Kourouta auf einen Camping, aber hier war alles schon geschlossen. Im nächsten Dorf (Palouki) wurden wir dann fündig. Der Camping Paradise ist sehr schön gelegen und verfügt über einen herrlichen Strand, allerdings ist die Anlage uralt und nicht sehr gepflegt.
Das Wetter wurde immer schlechter und endete in einem Regensturm.


12.10.2009
Das Wetter war den ganzen Tag so schlecht, wir mussten sogar umparkieren, um nicht Gefahr zu laufen beim Wegfahren im Schlamm einzusinken, wenn wir noch länger stehen bleiben.

13.10.2009
Wegen des immer noch sehr wechselhaften Wetters haben wir uns entschieden auf eine gepflegtere Anlage zu wechseln, und sind infolgedessen weiter nördlich in Glifa auf den Camping Ionian Beach. Eine sehr saubere und gepflegte Anlage mit eigenem Restaurant und Pool. Das Wetter war mittlerweile auch wieder schön.

14.10.2009
Nach dem Mittag sind wir losgefahren Richtung Patras wo wir am späten Nachmittag wieder zurück nach Ancona einschifften. Hier in Patras muss man genügend Zeit einrechnen, denn es ist nicht wirklich ersichtlich wo sich CheckIn, Warteraum und Verladeplatz befinden.
So ein Zufall, beim Verladen treffen wir wieder das "Rapido-Paar". Sie hatten die Fähre um einen Tage umgebucht, da sie sowieso schon in Patras waren.

15.10.2009
Am frühen Nachmittag sind wir in Ancona wieder von der Fähre gerollt sind via Autobahn nordwärts nach Igea Marina nahe Rimini gefahren, wo wir die Nacht verbringen wollen. Kurz vor dem Einfahren auf den dortigen Parking Robinie, kommt uns ein Wohnmobil entgegen. So ein Zufall, das "Rapido-Paar". Am Abend hat es draussen noch 13°.

16.10.2009
Saukalt, 6°, also nichts wie nach Hause und die Heizung einschalten.